Ratgeber

UVV-Prüfung im Fuhrpark: Pflichten, Fristen, Nachweis – und wie Software dabei hilft

Stand: · Redaktionelle Einordnung, keine Rechtsberatung; maßgeblich sind die Vorschriften und der zuständige Unfallversicherungsträger.

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Die UVV-Prüfung ist eine jährliche Arbeitsschutzpflicht des Arbeitgebers für jedes Firmenfahrzeug, das Beschäftigten als Arbeitsmittel überlassen wird (§ 57 DGUV Vorschrift 70). Sie ist von der Hauptuntersuchung getrennt, muss von einem Sachkundigen durchgeführt und schriftlich nachgewiesen werden. Daneben steht die jährliche Fahrerunterweisung als eigene Pflicht. Fuhrparkmanagement-Software hilft, indem sie Frist, Prüfbericht und Unterweisungsnachweis am Fahrzeug führt und die Fälligkeit meldet.

Was die UVV-Prüfung ist – und was sie nicht ist

UVV steht für Unfallverhütungsvorschriften der gesetzlichen Unfallversicherungsträger. Für Fahrzeuge gilt die DGUV Vorschrift 70 „Fahrzeuge“ (früher BGV D29). Die UVV-Prüfung ist keine Hauptuntersuchung: Die HU nach § 29 StVZO prüft die Verkehrssicherheit im Interesse der Allgemeinheit, die UVV-Prüfung ist eine Arbeitsschutzpflicht des Arbeitgebers gegenüber seinen Beschäftigten. Ein mangelfreier HU-Befund deckt nur den verkehrssicheren Teil ab; der arbeitssichere Teil – Ladungssicherung, Warnwesten, Verbandkasten, Aufbauten – muss gesondert geprüft werden.

Rechtsgrundlage: § 57 DGUV Vorschrift 70

Zwei Pflichten: (1) Prüfpflicht – der Unternehmer lässt Fahrzeuge bei Bedarf, mindestens einmal jährlich, durch einen Sachkundigen auf ihren betriebssicheren Zustand prüfen. (2) Nachweispflicht – das Ergebnis wird schriftlich festgehalten und mindestens bis zur nächsten Prüfung aufbewahrt. „Bei Bedarf“ heißt: Die Jahresfrist ist die Untergrenze. Hohe Laufleistung, Baustellenverkehr oder relevante Schäden können kürzere Intervalle erfordern. Betroffen sind alle Fahrzeuge, die im Betrieb als Arbeitsmittel eingesetzt werden – auch Dienstwagen und Poolfahrzeuge, unabhängig von privater Mitnutzung.

Wer prüfen darf

Nur ein Sachkundiger: eine Person mit fachlicher Ausbildung und Erfahrung in der Fahrzeugtechnik, die mit Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften vertraut ist (DGUV Grundsatz 314-003). In der Praxis sind das Kfz-Meisterbetriebe, Prüforganisationen oder qualifizierte eigene Mitarbeitende. Der Fuhrparkleiter ohne Kfz-technische Qualifikation ist es in aller Regel nicht. Zulässig ist die Kopplung an Inspektion oder Reifenwechsel, solange die UVV-Prüfung als eigenständige Leistung beauftragt, durchgeführt und bescheinigt wird.

Prüfumfang und Folgeprozess

Verkehrssicherer Zustand: Bremsen, Lenkung, Beleuchtung, Bereifung, Sicht. Arbeitssicherer Zustand: Sicherheitseinrichtungen, Ladungssicherungsmittel, Trenngitter oder -netze, Aufbauten und Anbaugeräte, Warnwesten, Verbandkasten. Der Sachkundige dokumentiert Mängel und bewertet die Betriebssicherheit. Zur sauberen Organisation gehört ein Folgeprozess: Wer behebt bis wann, wer gibt das Fahrzeug wieder frei.

Die zweite Pflicht: Fahrerunterweisung

Beschäftigte, die Fahrzeuge führen, müssen regelmäßig – jährlich – unterwiesen werden. Das ist eine eigene Arbeitsschutzpflicht neben der Fahrzeugprüfung und gehört ebenfalls dokumentiert.

Übersicht: Pflicht · Frist · Wer · Nachweis

Pflicht, Frist, wer durchführt und welcher Nachweis

Die Tabelle ist breiter als der Bildschirm – seitlich wischen oder scrollen.

PflichtFristWer führt durchNachweis
UVV-Fahrzeugprüfung (§ 57 DGUV V70)bei Bedarf, mindestens jährlichSachkundigerschriftlicher Prüfbericht, aufbewahren bis zur nächsten Prüfung
FahrerunterweisungjährlichUnternehmer oder BeauftragterTeilnahmenachweis je Fahrer
Hauptuntersuchung (§ 29 StVZO)nach Fahrzeugart und Alteramtlich anerkannte PrüforganisationPrüfbericht, Plakette

Wie Fuhrparkmanagement-Software den Nachweis führt

Im Ernstfall zählt nicht, ob geprüft wurde, sondern ob es sich belegen lässt. Nach einem Arbeitsunfall fragt der Unfallversicherungsträger nach dem Prüfnachweis. Software hilft an drei Stellen: Sie führt die Frist je Fahrzeug und meldet die Fälligkeit, sie legt den Prüfbericht am Fahrzeug ab, und sie dokumentiert die Unterweisung je Fahrer.

Beispiel fleetfeat: Der Prüfbericht nach DGUV Vorschrift 70 hält Prüfer, Mängel und Ergebnis fest; der Abschluss setzt die nächste Prüffrist am Fahrzeug. Fahrer öffnen die Unterweisung über einen Gast-Link ohne eigenes Konto, bestehen einen Test mit 20 Fragen ab 80 Prozent und erhalten ein Zertifikat als PDF mit QR-Prüfseite, das in der Fahrzeugakte bleibt. Enthalten im Grundpreis von 4,90 € netto je Fahrzeug und Monat. Die Software ersetzt weder den Sachkundigen noch die Verantwortung des Unternehmers.

Checkliste für Fuhrparkleiter

  1. Jedes Fahrzeug mit Datum der letzten UVV-Prüfung und nächster Fälligkeit erfassen – getrennt von der HU.
  2. Sachkundigen festlegen (Werkstatt, Prüforganisation, eigene Qualifikation) und die Prüfung als eigene Leistung beauftragen.
  3. Prüfbericht am Fahrzeug ablegen, Mängel mit Frist und Verantwortlichem nachverfolgen.
  4. Fahrerunterweisung jährlich durchführen und je Fahrer nachweisen.
  5. Intervalle bei hoher Beanspruchung verkürzen – die Jahresfrist ist die Untergrenze.

Quellen

Links aus dem Ratgeber „UVV-Prüfung im Fuhrpark“ übernommen und erneut abgerufen.

  1. DGUV Vorschrift 70 „Fahrzeuge“ · https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/1125 · abgerufen am 24.10.2026
  2. § 57 DGUV Vorschrift 70 – Prüfung (Volltext) · https://www.bgbau-medien.de/handlungshilfen_gb/daten/dguv/70/57.htm · abgerufen am 24.10.2026
  3. DGUV Grundsatz 314-003 „Prüfung von Fahrzeugen auf Betriebssicherheit“ (BG Verkehr) · https://www.bg-verkehr.de/medien/medienkatalog/dguv-regeln-und-dguv-grundsaetze/dguv-grundsatz-314-003 · abgerufen am 24.10.2026
  4. § 29 StVZO – Untersuchung der Kraftfahrzeuge und Anhänger · https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__29.html · abgerufen am 24.10.2026

Häufige Fragen

Wie oft ist die UVV-Prüfung für Firmenfahrzeuge fällig?

Mindestens einmal jährlich, bei Bedarf öfter (§ 57 Abs. 1 DGUV Vorschrift 70).

Wer darf die UVV-Prüfung durchführen?

Ein Sachkundiger nach DGUV Grundsatz 314-003 – in der Praxis Kfz-Meisterbetriebe, Prüforganisationen oder entsprechend qualifizierte eigene Mitarbeitende.

Ersetzt die Hauptuntersuchung die UVV-Prüfung?

Nein. Die HU deckt nur den verkehrssicheren Teil ab; der arbeitssichere Teil muss gesondert geprüft werden.

Wie weise ich UVV-Prüfung und Unterweisung nach?

Schriftlicher Prüfbericht je Fahrzeug, aufbewahrt bis zur nächsten Prüfung, plus Teilnahmenachweis je Fahrer. In fleetfeat liegen beide an der Fahrzeugakte.

Änderungsprotokoll

  • – Erstveröffentlichung